1881 Am 15. Dezember geboren in Rottenburg am Neckar als zwölftes Kind des Kaufmanns Joseph Bolz und seiner Ehefrau Maria Theresia geb. Huber. Volksschule und Lateinschule in Rottenburg am Neckar.
1896 — 1900 Karlsgymnasium in Stuttgart. Während dieser Zeit wohnt Eugen Bolz bei seiner ältesten Schwester, die in Stuttgart verheiratet war.
1900 Beginn des Jurastudiums in Tübingen während des Wintersemesters 1900/01. Bolz tritt gleichzeitig der katholischen Studentenverbindung „Guestfalia“ bei.
1901 Studium in Bonn während des Sommersemesters. Beitritt zur Verbindung „Bavaria“.
19011902 Studium in Berlin während des Wintersemesters. Beitritt zur Verbindung „Suevia“. Kontakte mit dem Führer des preußischen Zentrums Felix Porsch (1853-1930).
19021905 Fortsetzung des Studiums in Tübingen.
1905 Erstes juristisches Staatsexamen, anschließend Tätigkeit beim Amtsgericht in Rottenburg. Dienst als Einjährig-Freiwilliger beim 49. Feldartillerieregiment in Ulm. Ausbildungsjahr beim Landgericht in Ravensburg. Tätigkeit in einem Rechtsanwaltsbüro in Stuttgart.
1909 Zweites juristisches Staatsexamen. Mitte Juli zweite Reservistenübung in Ulm, danach Hilfsarbeiter bei der Staatsanwaltschaft in Ulm.
1910 Mitte Oktober bis Ende Februar 1911 Aufenthalt in Berlin. Er besucht volkswirtschaftliche und philosophische Vorlesungen.
1911 Assessor bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart. In dieser Stellung bleibt Bolz bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Zwischendurch ist er für ein Vierteljahr als stellvertretender Amtsrichter beim Amtsgericht Stuttgart-Stadt abgeordnet.
1912 Mitglied des Reichstags für den Wahlkreis 13 (Ellwangen-Aalen).
1913 Mitglied des Württembergischen Landtags für den Wahlkreis Rottenburg. Eine definitive Anstellung im württembergischen Staatsdienst wäre erst 1916 möglich gewesen. Diese Anstellung hätte einen Verzicht auf die Mandate im Reichs- und Landtag zur Folge gehabt. Bolz verzichtet deshalb auf eine Amtsrichterstelle und bleibt unbezahlter Gerichtsassessor mit dem Titel Amtsrichter.
1914 Nach der Mobilmachung im August Friedensdienst in Ulm.
1915 12. Januar: Beförderung zum Leutnant. 3. April: Kriegsdienst im Elsass, zwischendurch Sitzungen in Berlin und Stuttgart.
1916 November bis Januar 1917 beim Reichsentschädigungsamt in Brüssel tätig.
1918 November: während der Revolutionstage hält sich Bolz in Berlin auf.
1919 23. Januar: Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung in Stuttgart. 
25. April: Annahme der Landesverfassung.
06. Februar: Mitglied der Nationalversammlung in Weimar.
11. August: Annahme der Weimarer Verfassung. 18. August: Übersiedlung der Nationalversammlung von Weimar nach Berlin.
19191923 24. Oktober: Württembergischer Justizminister.
1920 11. Oktober: Heirat mit der Oberlehrerin Maria Hoeneß aus Ulm in Beuron.
19231933 2. Juni: Württembergischer Innenminister.
19281933 8. Juni: Provisorische Wahl zum Staatspräsidenten. Das Provisorium hielt die ganze Legislaturperiode. Auch 1932 blieb das Kabinett Bolz als geschäftsführende Regierung im Amt, bis aufgrund der durch die Reichstagswahlen vom 5. März 1933 veränderten Verhältnisse die Nationalsozialisten das Amt des Staatspräsidenten übernahmen.
1933 15. März: Durch die „Wahl“ des Nationalsozialisten Wilhelm Murr scheidet Bolz als Staatspräsident aus.
Juni: Bolz legt sein Landtagsmandat nieder, weil man ein Doppelmandat verhindern wollte. Nachdem Prälat Ludwig Kaas sich nach Rom abgesetzt hatte, gehört Bolz dem geschäftsführenden Vorstand der Zentrumspartei auf der Reichsebene an. Er wurde auch in die engere Wahl als Parteiführer in Aussicht genommen, lehnte aber ab.
19. Juni: Vorladung durch die Politische Polizei in Stuttgart. Nach dem Besuch der hl. Messe und dem Frühstück begibt sich Bolz zum Polizeipräsidium. Nach dem Verhör kommt es zu inszenierten Ausschreitungen gegen Bolz, so dass er in „Schutzhaft“ genommen und auf den Hohen Asperg abgeführt wird.
12. Juli: Wieder in Freiheit. Bolz hält sich zunächst in Beuron auf. Mit 52 Jahren war Bolz aus der aktiven politischen Tätigkeit herausgehalten. Er muss sich mit einer kärglichen Amtsrichterpension begnügen. Ein Weiterstudium an der Technischen Hochschule in Stuttgart wird ihm verweigert. Im Selbststudium erarbeitet er sich wirtschaftliche und sozialpolitische Fragen. Durch seinen Freund Ludwig Baur (1871—1943) angeregt, widmet er sich dem Studium der päpstlichen Sozialenzykliken. Eine Frucht dieser Studien ist die Schrift „Katholische Aktion und Politik“. Mit einem Kreis weniger Freunde trifft er sich in dieser Zeit zu einem Stammtisch im „Europäischen Hof“ in Stuttgart. Zu diesem Kreis gehörten: Josef Andre, Josef Beyerle, Josef Ersing, Wilhelm Simpfendörfer, Johannes Rieder, Felix Walter, Gebhard Müller, Prälat Rudolf Spohn und Kaplan Eugen Geidel.
1935 Bolz beteiligt sich an einem Wirtschaftsunternehmen.
1941 Im Herbst nimmt Carl Goerdeler mit Eugen Bolz Verbindung auf. Goerdeler berichtet Bolz über die militärischen Widerstandskräfte. Sie treffen sich etwa alle sechs Wochen in der Wohnung von Bolz, bei einem Neffen von Ersing, auf Spaziergängen und im „Europäischen Hof“.
1944 Im Mai erklärt sich Bolz bereit, in einer neuen Reichsregierung das Kultusministerium zu übernehmen.
20. Juli: Nach dem Attentat auf Hitler durch Claus Graf Schenk von Stauffenberg wird Bolz zunächst nicht verhaftet.
25. Juli: Luftangriff auf Stuttgart. Schäden am Haus und Garten von Bolz.
12. August: Verhaftung von Eugen Bolz. Man hatte einen Spitzel der Gestapo auf ihn angesetzt. In der Untersuchungshaft in Stuttgart erbittet sich Bolz vom Gefängnispfarrer das Buch von Richard Gräff „Ja, Vater. Alltag in Gott“.
27. August: Bolz wird nach Berlin überführt. Nur wenige Tage wird er im Gefängnis des Reichssicherheitshauptamtes in der Prinz-Albrecht-Straße festgehalten. Er wird in den berüchtigten Zellenbau des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück/Mecklenburg verlegt. Verhöre und Folterungen in der Sicherheitspolizeischule Drögen.
2. November: Wieder in Berlin im Gefängnis Lehner Straße 3.
21. Dezember: Verhandlung vor dem Volksgerichtshof und Verurteilung zum Tode.
1945 31. Dezember und 2. Januar: Besuch durch seine Frau Maria und Tochter
Mechthild. Über diese Besuche berichtet Frau Bolz ihren Verwandten:
„Zu unserem Staunen trat er uns sehr gefaßt entgegen. Sein Wesen ist ganz vergeistigt. Er ist so innerlich geworden, daß man förmlich fühlt, er lebt ganz in Gott. Gewiß lebt in ihm noch die Hoffnung, daß sein von ihm abgefaßtes Gnadengesuch Berücksichtigung finden werde, aber er hat sich auch demütig in Gottes Willen ergeben und meinte sogar, vielleicht gebe ihm Gott später nicht mehr die Gelegenheit, so wohlvorbereitet zu sterben. Seine Haltung gab uns Kraft, und wir sagten ihm, daß wir durch unser Beten doch miteinander in Gott verbunden seien. Ihn schmerzte es überaus, für uns die Ursache so schwerer Sorgen zu sein. Er will darum beten, daß es ihm vergönnt sein werde, uns einmal Genugtuung dafür zu leisten. Wir taten alles, um ihm zu helfen, um unsere Liebe und Verehrung zu zeigen. Da wir am Dienstag (2. Januar) wieder zu ihm durften, war der Abschied nicht so schwer.“
Die Gnadengesuche bei Hitler und die Intervention über den Nuntius Cesare Orsenigo bleiben ohne Erfolg.
1945 23. Januar: Als letzter von zehn Leidensgefährten stirbt Eugen Bolz im Gefängnis Berlin-Plötzensee unter dem Fallbeil. 

Aus: Joachim Köhler (Hrsg.), Christentum und Politik, S. 78-82.